Friday, December 23, 2005

Feliz Navidad

Weihnachten beginnt in Spanien offiziell mit der Weihnachtslotterie am 22.Dezember. Selbst Leute die nie spielen kaufen sich ein Los. Am Tag der Entscheidung sitzt man dann mit der Familie vorm Fernseher oder hoert Radio.
Auch den 24.Dezember verbringt man gemeinsam mit der Familie. Bis Mitternacht sollen die Strassen hier in Tarifa wie ausgestorben sein. Danach geht es erst richtig mit feiern los.

Braeuche sind bekanntlich verschieden. Auch hier in Spanien gibt es einige witzige Sachen. So hat mir ein Freund eine Mail weitergeleitet die einen Brauch in Catalonien beschreibt:

"Die Spanier feiern nicht ganz so traditionell wie wir. Sie haben zum Beispiel ein Stueck Holz, dem sie Beine und Arme anbasteln Augen anmalen und eine Muetze aufsetzen und das nennen sie "cagatio" ( caga= scheissen, tio= Onkel, Alter). Es ist Brauch, das die Kinder dann ein Lied fuer den CAGATIO singen und waehrenddessen die Augen geschlossen halten, wenn sie fertig sind, hauen sie dann mit einem Stock dreimal auf das Stueck Holz ein, das mit einem Tuch verdeckt ist, reissen das Tuch ab und schreien begeistert "¡HA CAGADO!" (= er hat geschissen)."

Hier in Andalusien gibt es auch einen Brauch den man in Deutschland einfuehren koennte. Feiertage die auf einen Sonntag fallen, werden am naechsten Tag "nachgefeiert". Somit ist dieses Jahr auch der 26.Dezember und der 2.Januar frei. Allerdings nur im Sueden Spaniens.

Ich wuensche Euch allen frohe Weihnachten und kommt gut ins Neue Jahr.

Un abrazo,
Manuela

Friday, December 16, 2005

La cometa

In Tarifa weht der Wind und irgend wie kann man sich dem Ganzen doch nicht entziehen.
So haben Jens, mein Mitbewohner und ich kurz entschlossen ueber Ebay einen Kite fuer den Strand bestellt. 2,4 m² (Laenge 2,70m).

Nachdem es fuer unseren Geschmack viel zu lange gedauert hat, bis der Kite endlich in unsere Haende gelangt ist, konnten wir gestern endlich unsere ersten Versuche starten. Wie sich herausstellen sollte, war es doch etwas schwieriger als wir dachten. Bei den Leuten am Strand sieht es immer so leicht aus.

Aber auch wir haben es dann endlich geschafft und konnten unseren cometa zumindest einige Zeit oben behalten.
Ueber den ganzen Spass zog sich unsere Mittagspause etwas in die Laenge. Allerdings waren wir dafuer etwas laenger im Buero. ;)

Heute gings mit etwas Muskelkater vom Vortag und jeder Menge Motivation erneut zum Strand Drachen steigen lassen...



mehr fotos...

Feuerzangenbowle

Wednesday, December 07, 2005

Mein 26ster - "Einer geht noch..."


Meinen Geburtstag habe ich zusammen mit einigen Freunden und unserer WG gefeiert. Zum Trinken gabs u.a. Feuerzangenbowle. Da leider keine geeigneten Utensilien vorhanden waren, mussten wir etwas improvisieren. Statt einer Glasschuessel musste ein Topf herhalten. An Stelle des Zuckerhutes gabs eine Pyramide aus gestapelten Wuerfelzucker, die auf einer selbstgebastelten Halterung ihren Platz fand.


Jens konnte als Feuerzangenbaendiger sein Pyromanendasein ausleben. Nah bei ihm Michael, der mit einem Bier in der Hand, gelassen danebenstand.


Da wir das ganze Konstrukt schon das Wochenende vorher ausprobiert, da sozusagen die Generalprobe hatten, lief alles wie am Schnuerchen.




Nur einigen kam das ganze etwas suspekt vor und sie schauten lieber von der Tuer aus zu.




Ein beliebter Platz war unsere "Terasse". Vor allem die Raucher, alles nur Maenner, haben sich hier versammelt. Worueber die wohl gesprochen haben...? Wahrscheinlich ueber das Wetter / den Wind ;)




Irgendwann - nach etlichen Glaesern Feuerzangenbowle, Martini, Bier... und jeder Menge Essen - machten sich auch die letzten auf den Nachhauseweg.

Sunday, November 20, 2005

Madrid

Ja, mir geht es gut. Sogar sehr gut!!
Die Wochentage waren so ausgefuellt, dass ich abends nur noch ins Bett fallen konnte. Jetzt ist mein Spanischkurs erst mal vorbei und ich werde wieder mehr Zeit haben, vor allem mal etwas Freizeit. Obwohl ich viel Spass hatte.


Letzte Woche (11-14.11) habe ich von meinem Chef den Freitag Nachmittag freibekommen und bin uebers Wochenende zu Luis nach Madrid gefahren. Von Tarifa mit dem Bus nach Algeciras und von dort mit dem Zug nach Madrid. Auf dem Bahnsteig in Algeciras kam man sich wie auf dem Flughafen vor. Am Anfang des Bahnsteigs stand ein kleines Haeuschen in dem die Tickets kontrolliert wurden, dann musste man beim Sicherheitspersonal durch, wo die Gepaeckstuecke durchgeleuchtet wurden. Einige mussten auch ihre Koffer oeffnen. Jetzt fragt man sich natuerlich: Warum dieser Aufwand? Ganz klar: Algeciras ist eine Hafenstadt und Anlaufpunkt fuer Schiffe aus Marocco. Aus dem Grund gibt es hier auch diverse Probleme mit Schmuggelware und vor allem Drogen.
Die Zugfahrt an sich hat sechs Stunden gedauert. Verging aber sehr schnell, da man sich Filme ansehen oder Musik hoeren konnte. Es wurden sogar Bonbons ausgeteilt - fuer den Druckausgleich;)

Das wenige was ich von Madrid sehen konnte, hat mir sehr gut gefallen. Die Stadt ist mit ihren 4 Mill Einwohnern groesser als Berlin und hat Charme. Mir gefiel vor allem das Viertel "La Latina", mit den engen Strassen, die hoch und runter gingen, den vielen Tapasbars, den kleinen Geschaeften und den Leuten die sich quer ueber die Strasse unterhalten haben...
Einer der groessten und schoensten Parks in Madrid ist "Parque Retiro". Mit mehreren Seen auf denen die Spanier in Paddelbooten spazierenfahren. Hier gab es auch etliche Marionettenspieler, die die Kinder mit ihren Geschichten gefesselt haben...

Leider hatte ich meinen Fotoapparat vergessen:( und konnte somit keine Fotos machen. Allerdings wird dies beim naechsten Mal nachgeholt.
Habe aber von Luis ein paar Bilder zugeschickt bekommen;)



Sonntag Abend gings schlieslich mit einem Nachtzug zurueck nach Algeciras. Der brauchte allerdings fast 10 Stunden und war weniger komfortabel als auf der Hinfahrt, aber zum Schlafen noch ausreichend ;)

Saturday, October 29, 2005

Spanisch & Tapas

Diese Woche ist super schnell vergangen. Dies liegt vor allem an den vormittaeglichen Spanischlektionen. Zwar wusste ich am Ende jedes Tages kaum wo mir der Kopf stand, aber das Lernen hat echt viel Spass gemacht. Das wiegt das ganze wieder auf ;)
Die Stunden die ich auf Arbeit "verliere", kann ich im Februar nacharbeiten. Muss also nicht bis spaet in die Nacht schuften oder noch schlimmer, das Wochenende opfern.

Mittlerweile habe ich mich schon durch etliche Tapasbars durchgegessen. Von "atun" ueber "patatas con aijo" zu "patatas bravas" habe ich etliche Tapas genossen. Unterstuetzung hatte ich dabei natuerlich auch, u.a. von Leuten aus meinem Spanischkurs. ... und an knackigen Surfern hats natuerlich auch nicht gemangelt;)
Wer mal hier in der Naehe sein sollte, muss unbedingt ins "el frances". Meiner Meinung nach eine der besten Tapasbars in Tarifa.

Heute habe ich neue Mitbewohner bekommen. Ein Paar das lustigerweise auch aus Berlin kommt und dort ganz in meiner Naehe wohnt.
Damit wir ueberhaupt etwas spanisch lernen, haben wir uns geeinigt ab morgen nur noch spanisch oder notfalls englisch zu sprechen. Soweit der Vorsatz;) Was genau davon umgesetzt wird, kann man hier bald lesen.

Sunday, October 23, 2005

Tarifa in Bildern




Tu hablas espanol?

ahora un pocito, pero...

.....ab naechster Woche mache ich einen Spanischkurs in der hier ansaessigen Sprachschule. Jeden Tag 4 Stunden Spanisch. Ole!
Bei meinem Glueck muss ich nichts bezahlen. Naja, fast nichts. Ich bezahle sozusagen in Naturalien ;) Hispalense, so heißt die Schule, braucht ein Design fuer eine Website und das werde ich entwerfen.

Etwas Uebung habe ich auch noetig. Im Buero kann ich deutsch oder englisch sprechen... und in meiner Wohnung werden demnaechst auch Leute aus Deutschland einziehen.

Mein Buero

Das Buero in dem ich arbeite ist eigentlich eine Wohnung, die etwas umfunktioniert wurde. Insgesamt gibt es 4 Zimmer. Das Buero von meinem Chef plus 3 weitere.

Ich habe das Glück direkt am Fenster zu sitzen und die Aussicht kann sich sehen lassen. Blick aufs Meer ;) Da fühlt man sich schon manchmal wie im Urlaub.



An die Arbeitszeiten musste ich mich erst mal gewöhnen. Vor allem an die lange Siesta. Meist 14-17 Uhr. Da ich allerdings nicht an den normalen Arbeitsalltag gebunden bin, kann ich mir die Zeiten legen wie ich möchte.

Langsam realisiere ich auch das ich nicht mehr im Studium bin, sondern im Praktikum. Anfangs habe ich dazu tendiert auch zu Hause zu arbeiten, konnte nur schwer abschalten und mußte mich regelrecht zwingen nicht an meine Projekte zu denken. Mittlerweile gehts besser... liegt vielleicht auch an der Umgebung ;)

Saturday, October 08, 2005

Impressionen aus Tarifa

Levante & Poniente

Ein Tag ohne Wind. In Tarifa kaum vorstellbar. An manchen Tagen muss man regelrecht gegen den Wind ankämpfen um vorwärts zu kommen. Bei einer durchschnittlichen Stärke von 28 Knoten ist das kein Wunder. Entweder weht der Levante, ein warmer Mittelmeerwind oder der Poniente vom Atlantik. Eine Nebenwirkung des Levante habe ich schon zu spüren bekommen ;) Schlaflosigkeit. Scheint aber leider nur abends einzutreten und am Tag bin ich entsprechend müde.
Mein anderer ständiger Begleiter ist der Sand. Durch den Wind gelangt er in alle Ecken. Selbst in meinem Zimmer ist oft eine feine Sandschicht zu finden.

Tarifas Leute


Da die Hauptsaison im Sommer ist, gibt es hier mittlerweile wieder weniger Touristen. Trotzdem trifft man sehr oft Leute unterschiedlichster Nationalität an. Zeigt sich schon auf meiner Arbeit. Neben Spaniern, gibt es hier Belgier, Franzosen, Deutsche, Litauer, Schweizer, Schotten....
Letztes Wochenende habe ich einen original Tarifeno kennengelernt. Er hat mir Tarifa gezeigt und viel über die Geschichte dieser kleinen Stadt erzählt.
Warum ich dies explizit erwähne?
Die "original" Tarifenos, die schon seit Generationen hier leben, sind anderen Leuten gegenüber sehr zurückhaltend. Sie bleiben eher unter sich und es kommt noch seltener vor, das sie längere Zeit mit Nichttarifenos verbringen.

Andalusiens Spanisch

Der andalusische Dialekt hört sich oft etwas arabisch an. Das liegt nicht nur daran, dass ICH nichts verstehe, sondern auch im typischen Verschlucken der Wortendungen.
Zum Glück gibt es hier viele zugezogene Spanier, die noch relativ gut zu verstehen sind.

Essen & Trinken

Die Preise beim Einkaufen sind ähnlich denen in Deutschland. Wenn man außerdem nicht gerade Essen geht, wo ständig Touristen sind, kann man ganz gut leben.
Bei mir in der Nähe gibt es sogar einen Lidl. Wie ich festgestellt habe auch die günstigste Möglichkeit zum Essen besorgen. In Tarifa gibt es natürlich auch spanische Einkaufsmärkte, wie den nicht unbedingt günstigen Eroski. Dort gibt es allerdings ein weitgefächertes Angebot. Min. 15 verschiedene Sorten frischen Fisch (ich habs nachgezählt ;)) und selbst die Eierschachteln sind größer als in Deutschland. (Es passen 12 Stück rein. Eine kleinere Packung gibts nicht!)
Tja und was die Trinkgewohnheiten der Spanier betrifft, sind die Deutscher dagegen richtige Säufer.